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Beschwerde: Toilettenspülung auf
Tender Elbe unzulässig! |
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Die Besatzung des
Tender Elbe war immer schon sehr kritisch eingestellt und darum wurde jede
Unregelmäßigkeit unnachgiebig auf Rechtmäßigkeit überprüft. Ein
Besatzungsmitglied brachte diese Tugend auf den Punkt. Als Zeitsoldat
angefangen, es war ja bei ihm nicht anders möglich, denn er wohnte in Berlin und
hätte nicht gezogen werden können, ging er als OG. der Reserve wieder in das
Zivilleben zurück. Also, ein Soldat aus Überzeugung. Jedoch viele
Ungereimtheiten ließen den wackeren Soldaten zu einem Beschwerdemonster
heranreifen. So wurde er auch "Beschwerde Emil" genannt. "Ich mache von meinem
Recht der Beschwerde gebrauch, wann immer ich kann!" war sein Wahlspruch. So
nahm das Verhängnis natürlich seinen Lauf. Ob es verhängte Strafen gegenüber dem
gesamten Deck waren, Anweisungen, die nichts mit Dienst oder Sicherheit zu tun
hatten oder nur, daß man die schlechte Laune eines Dienstgrades ausbaden mußte,
eine Beschwerde war in jedem Fall fällig. |
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Die gewaltigste
Beschwerde war aber eindeutig die WC - Beschwerde. Emil hat in irgendeinem
Schmöker gelesen, daß Toiletten auf einem Kriegsschiff nur mit Seewasser
betrieben werden durften. Auf dem Tender war das aber nicht der Fall. Also,
Beschwerde, denn da war ja etwas nicht gesetzmäßig. Der Kommandant hat die Sache
gar nicht für voll genommen und hat den OG. auf seine Kammer bestellt, erste
Geige blau, versteht sich. Dumm hat er natürlich nach dem Gespräch ausgesehen,
Emil wollte eine schriftliche Stellungnahme zu seiner Beschwerde haben. Die
Sache ging zum Geschwaderkommandeur und zur Stammdienststelle der Marine.
Rückfrage, um welcher Dienstvorschrift es sich bei der Beschwerde handeln würde.
Die Antwort kam Postwendend, nach dem Seerecht von 1722 mit Absatz und alles
was dazu gehört, darf auf einem Kriegsschiff die Toilette nur mit Seewasser
betrieben werden. Man höre und staune, das alte Seerecht hat noch Gültigkeit und
war nicht durch modernere Bestimmungen aufgehoben. Das da irgendwann einmal
einer auf so einen Klops kommt und sich darüber beschwert, daß das Seerecht
verletzt würde, konnte keiner wissen. Die kannten Emil nicht. |
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Leider kann ich
kein Ende der Geschichte bescheinigen, denn die schriftliche Antwort auf die
Beschwerde wurde immer wieder hinausgezögert. Dann kam auch noch die Entlassung
in das Zivilleben dazwischen. Bei der Verabschiedung meinte Emil aber, die
Beschwerde werde ich weiter verfolgen, auch wenn ich zum Wehrbeauftragten gehen
muß. Na ja, sag ich da nur, ob er in seinem neuen Lebensabschnitt auch so
handelt, wie bei der Marine? |
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