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. . . . . Ich hatte
noch nie,
außer als wir beide noch klein waren, so eine
weihnachtliche Stimmung, wie zur jetzigen Zeit. Hier in
der Kaserne hängt in jeder Etage, auf jedem Deck, ein
großer Adventkranz mit vier Kerzen. Am ersten Advent
wurde dann an jedem Kranz eine Kerze angezündet. Die
Stubendienste brauchten kein Reinschiff zu machen,
sondern sie sollten unter jedem Adventkranz ein Lied
singen. Alles was auf den Stuben war
kam an Deck und sang mit. Ich kann Dir gar nicht
schreiben, wie astrein das ist. Alles tiefe
Männerstimmen, einige, vielleicht drei, vier, wunderbare
Tenöre, die die Bässe wie ein Windhauch übertönen. Der
Gesang fängt ganz leise an, die hohen Stimmen fallen
etwas lauter ein und übertönen nur um eine Kleinigkeit
die Bässe. Der Gesang wird langsam lauter. Ein Kamerad
hat eine wundervolle Stimme, mit der er das Lied trägt,
während die anderen Kameraden die Begleitung leise
zufügen. Das Lied hängt wie eine Rauchfahne im Gang,
schleicht sich über die Niedergänge in die anderen
Decks, um sich endlich in den äußeren Ecken zu brechen
und langsam zu verhallen. Von allen Ecken, Nischen und
Winkeln tönt leise brechend das Echo zurück und erstirbt
langsam. Alles lauscht diesem ausklingenden Ton nach.
Die zweite Strophe setzt ein! Sie beginnt ganz leise,
hört sich aber nach dem zarten verklingen der ersten
Strophe an wie Donnerhall. Der Gesang schwillt an, wir
fallen alle ein, singen mit. Die Gedanken aber enteilen
bei dem feierlich anmutenden Gesang in die Ferne, nach
hause. Das Lied verklingt, gebrochen tönt das Echo
zurück, eilt über den Gang, wird von der gegenüber
liegenden Seite zurückgeworfen, erstirbt. Man meint es
verendet kläglich, ja jämmerlich. Die Gedanken kehren
träge in die graue Kaserne zurück. Der Traum ist aus,
die Gedanken zerrissen und zerfetzt. Wann wird das nächste mal
gesungen? Man wartet schon darauf. Wie mag es wohl an
Bord eines Schiffes sein? Wenn dann Weihnachten kommt,
verflucht man die Lieder? Verabscheut man den trägen
Gesang aus Männerkehlen? . . . . .
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